Impfung á la Kickl

Er war so frei. Aber nicht so, wie wir glauben.


Jetzt hat sich Herbert Kickl also impfen lassen.

Das hat er dieser Tage auf einer Demo vor vielen gleichgesinnt Maskenlosen gestanden. Aber noch bevor die Menge ihn dafür mit Aluhüten bewerfen konnte, zeigte er einmal mehr sein satirisches Talent: Natürlich habe er keinen echten medizinischen Wirkstoff bekommen, der vor einer Infektion mit einem der hundsgemeinsten Viren, den die Menschheit seit langer Zeit gesehen hat, schützen könnte.


Nein, der Freieste aller Freiheitlichen ließ sich mit „Optimismus, Stehvermögen und Stärke“ immunisieren. Ganz ohne Spritze, nur mit Tröpfchen, nämlich in Gesprächen. Was auf den ersten Blick wenig hilfreich klingt, freut mich trotzdem für ihn, ganz ehrlich. Denn eigentlich brauchen wir das alle.


Wir alle brauchen Optimismus, um weiter daran zu glauben, dass irgendwann wieder alles normal wird. Und alle normal werden. Wir brauchen Stehvermögen, um nicht die Nerven zu verlieren, wenn nach zwei Jahren Pandemie noch immer Leute mit der Maske unter der Nase in der Kassaschlange stehen. Und wir brauchen Stärke, um zu akzeptieren, dass es immer Leute wie Kickl geben wird, die aus politischem Kalkül und wider besseren Wissens öffentlich Blödsinn erzählen, um den Verunsicherten des Landes einfache Lösungen für komplexe Probleme zu bieten.


So gesehen wären diese drei Impfdosen ein Segen für uns alle. Dazu nur noch eine Frage: Kickl holte sich den Moral-Booster bei diversen Demos. Kriegen wir anderen den bitte auch beim Interspar?


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